Ost-West-Kongress 2022

Ost-West-Kongress 2022

01 April 2019 | Wolfgang Schaffer

1922 fand in Wien der bis dahin größte öffentliche Kongress der Anthroposophischen Gesellschaft statt. 100 Jahre später ist ein neuer Ost-West-Kongress geplant.


Beim Ost-West-Kongress 1922 ging es Rudolf Steiner – nach dem Ende des Ersten Weltkrieges – primär um die Verständigung zwischen Ost und West auf dem «zentralen geistigen Gebiete». Denn dies sei Voraussetzung für die Bildung eines gegenseitigen Vertrauens zwischen den beiden Weltmächten, die sich im Orient und Okzident – bis heute – polar gegenüberstehen.

Gegenwärtig gilt es bereits als verdächtig, das gegenseitige Misstrauen abzubauen. Wesentlich für die bis heute fehlende Verständigung ist die Frage, wie sich der Mensch als einzelne, völlig auf sich gestellte, freie Individualität der gesamten Menschheit eingliedern kann, ohne seine bis dahin entwickelte Persönlichkeit aufgeben zu müssen. Synchron zu diesem Geschehen gibt es in vielen Gesellschaften die Notwendigkeit, sich als Einzelner überhaupt erst aus der Gebundenheit der Familie und den darauf beruhenden Traditionen herauszulösen.

Eine der Grundlagen für das geordnete Zusammenleben in unserer modernen Gesellschaft liegt im gelingenden Wechselspiel von Geben und Nehmen individueller Leistungen zwischen den einzelnen Menschen. Eine andere Grundlage sind Erziehung und Bildung: Wie kommen wir zu einer der menschlichen Wesenheit und Würde entsprechenden Bildung von Fähigkeiten? Und wie begleiten wir die Entstehung von Neigungen, die in den Bereich des reinen Egoismus, des Antisozialen und letztlich Unmenschlichen führen?

Die Anthroposophische Gesellschaft in Österreich wird diese Fragen im inter­nationalen Kongress ‹Ost-West Wien 2022› behandeln. Ein Ziel wird darin bestehen, die weltweit entwickelten anthroposophischen Initiativen sichtbar zu machen, sie so weit wie möglich mit dem Umkreis wesensverwandter Bestrebungen zusammenzuführen und damit eine Perspektive menschlicher Entwicklung aufzuzeigen, die auf Freiheit gründet und zur Gesundung konkreter, gegenwärtiger gesellschaftlicher Missbildungen führt. Kongressteilnehmende können durch Anzahlung von 100 Euro bis Juni 2019 die Reservierung des Konzerthauses Wien absichern, anderenfalls findet der Kongress in verkleinertem Rahmen statt.


Web: www.anthroposophie.or.at