Bedeutung Ostasiens

Bedeutung Ostasiens

25 März 2020 | Christiane Haid

Von 15. bis 17. Februar beleuchtete am Goetheanum eine Tagung die Bedeutung Ostasiens für die gegenwärtige Kultur.


Die Idee zur Tagung war November 2018 aus einem Kolloquium mit Beitragenden aus China, Japan und Taiwan am Goethe­anum entstanden, nämlich die geistes­wissenschaftlichen Grundlagen der os­tasiatischen Kultur zu vertiefen. Bei der Tagung jetzt ging es zunächst um die Verankerung in der alten atlantischen Kultur und den Weg Manus nach Osten sowie die Entwicklung der nachatlantischen Kulturen. In diesem geistesgeschichtlichen Bogen wurde der Umschwung von einem ganz im Umkreis lebenden Bewusstsein bis zur Inkarnation des Ich durch das Mysterium von Golgatha deutlich. Reste dieser Qualität eines im Umkreis lebenden Bewusstseins können noch heute in der ostasiatischen Kultur der Gegenwart wahrgenommen werden. Hier gilt es, die ganz anderen Qualitäten des Weltzugangs zu würdigen und sie in ihrer Eigenart ernst zu nehmen.

Dem stand gegenüber der Abgrund zwischen Mikro- und Makrokosmos im westlichen Bewusstsein, was sich auch konstitutionell in der Trennung zwischen Weltwahrnehmung und Begriff im Erkenntnisprozess geltend macht. Wird man sich des Denkvorgangs bewusst und schult eine neue Moralität etwa durch die Rosenkreuzmeditation, kann die Trennung zwischen Natur- und moralischer Ordnung durch Bildung einer aus dem Ich geschaffenen Einheit überwunden werden.

Ins Erleben gebracht wurden auch die unterschiedlichen musikalischen Ton­systeme und Musikkulturen, eindrücklich sichtbar durch eurythmische Beiträge mit tradi­tioneller chinesischer Musik durch die aus Ost und West stammenden Mitglieder des Goetheanum-Eurythmie-­Ensembles.