Coronavirus – praktische Anregungen für Lernen zuhause

Coronavirus – praktische Anregungen für Lernen zuhause

02 April 2020 | Sebastian Jüngel

Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern unterrichten wegen der Maßnahmen zum Sars-CoV-2-Virus die Kinder und Jugendlichen medial vermittelt oder direkt zuhause. Tipps zur individuellen Beziehungspflege, zu altersgerechten Inhalten und zum Einbeziehen der ganzen Sinneswelt und zu anderem veröffentlicht die Pädagogische Sektion am Goetheanum auf ihrem Blog.


Gewünscht hat sich das keiner. Doch Joep Eikenboom, Lehrer an der Dordtse Vrije Schule in den Niederlanden, schreibt auch: «Haben Sie keine Angst […] gegenüber dieser modernen Technologie, sondern zeigen Sie den Kindern, dass ein Mensch unter allen Umständen zurechtkommen kann.» Eine Hilfe ist das Schaffen einer Tagesstruktur mit bestimmten Abläufen bei den Unterrichts- und Freizeiten.

«Der Lehrberuf ist ein Beziehungsberuf par excellence», sagt Florian Osswald, Oberstufenlehrer und Co-Leiter der Pädagogischen Sektion am Goetheanum. Beim Hausunterricht geht es daher um Erreichbarkeit der Lehrerinnen und Lehrer für die Schülerinnen und Schüler und Eltern sowie der Schule für die Eltern. Im Gespräch lassen sich auch medial vermittelt persönliche Anliegen besprechen. Über Fragen an die Kinder wie «Woran habt ihr gerade Freude?› und den Austausch von Arbeitsergebnissen der Schülerinnen und Schüler untereinander bleibt die Klasse oder der Kurs über konkrete schulische Inhalte in Verbindung.

Florian Osswald sieht «zahlreiche neue Möglichkeiten der digitalen Medien» und erlebt gleichzeitig «Grenzen der Digitalisierung». Damit spielt er auf den altersgerechten Einsatz digitaler Medien an: Für Kinder helfen sie bei der Informationsübermittlung durch die Eltern, für Jugendliche bietet die Arbeit am Computer neue Lernerfahrungen. Für alle Alterstufen bietet sich an, Aufgaben im Haushalt zu ergreifen, Naturbeobachtungen in einem Tagebuch in Wort und Zeichnungen zu reflektieren, also auch praktisch und mit weiteren Sinnen tätig zu sein. Dazu gehören beispielsweise Handarbeiten, Basteln und Musizieren.

Thomas Stöckli, Co-Leiter der Akademie für Anthroposophische Pädagogik in Dornach, Schweiz, hebt noch hervor, dass alle beteiligten Erwachsenen selbst auf Ausgleich achten und Gelegenheiten für die persönliche Regeneration schaffen.


Blog zum Lernen zuhause

Kontakt Katharina Stemann, katharina.stemann@goetheanum.ch