Es war einst ein Garten …

Es war einst ein Garten …

08 Oktober 2021 Philipp Reubke 296 mal gesehen

Das Goetheanum ist von den jetzigen Gesundheitsmaßnahmen betroffen. Mitglieder der Goetheanum-Leitung formulieren in einer Reihe von Artikeln in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› ihre Einschätzung der gegenwärtigen Lage. Philipp Reubke stellt im folgenden Text die Frage nach der menschlichen Seele inmitten der heutigen Krisen.


«Il y avait un jardin, qu’on appelait la Terre …»[1] Als Georges Moustaki mit diesem Lied 1971 auftrat, rührte er die Herzen der damaligen Jugendlichen. Für die Kinder, die in einer Umgebung aufwachsen, die von Stahl, Beton und Asphalt beherrscht wird, besingt Moustaki den jungfräulichen Planeten Erde, der zu allen Jahreszeiten herrliche Sinneserfahrungen geboten hat, der aber verschwunden ist:

Es war einst ein Garten, der ‹Erde› genannt wurde,
Wo ist dieser Garten, in dem wir hätten geboren werden können,
in dem wir sorglos hätten leben können,
wo ist das Haus, dessen Türen alle geöffnet sind,
das ich überall suche und nirgends finde?[2]

Als 1972 das Massachusetts Institute of Technology im Auftrag des Club of Rome die Studie ‹Die Grenzen des Wachstums› veröffentlichte, stieß diese auf reges Interesse. Bis heute sind über 30 Millionen Exemplare in 30 Sprachen verkauft worden.[3] Auch als ein deutscher Politiker 1975 ein Buch mit dem Titel ‹Ein Planet wird geplündert› auf den Markt brachte, war es wochenlang auf den Bestsellerlisten.[4]

Die Lieder, die Studien, die Bücher haben 50 Jahre gewirkt. Ernährung, Landwirtschaft, Architektur, Energie und Abfallwirtschaft, Verkehr – auf den allermeisten Lebens- und Technikgebieten haben große Teile der Bevölkerung neue Gewohnheiten entwickelt, für die man Anfang der 70er-Jahre milde belächelt wurde. Was können wir tun, um die Plünderungswut aufzuhalten oder ihr etwas entgegenzusetzen? Und dennoch hat sich die Lage nicht grundlegend geändert. Der IPCC -Bericht von August 2021 liest sich bedrohlicher als je zuvor: «Klimawandel verläuft schneller und folgenschwerer.»[5]

Dieser Text ist ein Auszug aus einem Artikel, der in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› veröffentlicht wurde. Sie können den vollständigen Artikel auf der Website der Wochenschrift lesen.


[1] Es war einmal ein Garten, der Erde genannt wurde
[2] Où est-il ce jardin où nous aurions pu naître / Où nous aurions pu vivre insouciants et nus / Où est cette maison toutes portes ouvertes / Que je cherche encore et que je ne trouve plus?
[3] Die Grenzen des Wachstums
[4] Herbert Gruhl.- Ein Planet wird geplündert. Die Schreckensbilanz unserer Politik.- Frankfurt, S. Fischer 1975
[5] IPCC-Bericht: Klimawandel verläuft schneller und folgenschwere

Titelbild: Xue Li