Neue Leitung der Naturwissenschaftlichen Sektion

Neue Leitung der Naturwissenschaftlichen Sektion

15 April 2020 | Sebastian Jüngel

Matthias Rang und Johannes Wirz leiten neu die Naturwissenschaftliche Sektion am Goetheanum. Der promovierte Physiker und der promovierte Biologe werden den goetheanistischen Weg des Forschungsinstituts weiterentwickeln. Zu ihren Forschungsgebieten gehören Optik und freier Willen sowie Genetik und Bienen.


Hier die Forschung, dort die soziale Auswirkung – so sauber lassen sich Wissenschaft und ihre Implikationen nicht trennen. Johannes Wirz: «Von Goethe lernen wir, dass bereits das Erkennen, nicht erst die Handlung ethisch relevant ist.» Der Molekularbiologe und der Physiker Matthias Rang leiten neu die Naturwissenschaftliche Sektion am Goetheanum.

Die Naturwissenschaftliche Sektion ist auf die Verbindung des phänomenologischen Ansatzes nach Johann Wolfgang Goethe und der akademischen Naturwissenschaften spezialisiert. Da der Anwendungsbezug eines wissenschaftlichen Ergebnisses immer auch gesellschaftliche Konsequenzen hat, sind Forschende selbst als Größe einzubeziehen. Ihre Fähigkeiten bestimmen darüber, was sie erkennen und welche Einsatzmöglichkeiten sie für ihre Ergebnisse sehen.

So hat Johannes Wirz mit Ueli Hurter und Peter Kunz Vorschläge für eine Auffassung des Saatguts als Gemeingut ausgearbeitet. Der Biologe hat 1987 in molekularer Entwicklungsgenetik an der Universität Basel, Schweiz, promoviert. Genetik sieht er als zentral für die Entwicklung aller Lebewesen, «aber nicht als Ursache»: «Die Erbsubstanz entspricht eher einem Text, den Pflanzen, Tiere und Mensch interpretieren.» Der Biologe forscht anhand eigener Bienenstöcke an der Gesundheit der Bienenvölker mit einer Reihe von Untersuchungen, die die Vitalität der Völker verbessern und ihre Resistenz gegen die Varroamilbe verstehen helfen.

Matthias Rang hat in seiner Promotion an der Bergischen Universität Wuppertal, Deutschland, 2015 die Auffassungen in der Farbenlehre von Johann Wolfgang Goethe und Issac Newton als zwei Perspektiven identifiziert, die einander ergänzen, nicht aber sich widersprechen. «Goethe und Newton werden oft als Antagonisten gesehen, dabei haben sie viele Gemeinsamkeiten, etwa das empirische Vorgehen», so Matthias Rang, der seine Erkenntnisse in der Optik in Ausstellungskonzepten umsetzt. Außerdem forscht er mit dem Neurologen Siegward Elsas von der Klinik Arlesheim, Schweiz, an Fragen des freien Willens.


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Matthias Rang, Johannes Wirz

Foto Matthias Rang und Johannes Wirz, Naturwissenschaftliche Sektion