Wie man der Lautstärke der Welt nicht verfällt

Wie man der Lautstärke der Welt nicht verfällt

02 Oktober 2019

‹Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe›, so hieß das letzte Buch von Marica Bodrožić. Am Goetheanum nimmt sie vom 16. bis 18. Oktober an der Tagung ‹Vom Ende des Menschen?› teil. Ariane Eichenberg und Christiane Haid sprachen mit der vielfachpreisgekrönten Schriftstellerin.


Je tiefer man in sich selbst reise, so Marica Bodrožić, desto mehr Widerstand oder Schönheit sehe man in der Welt. Dann spricht sie darüber, dass das Schreiben durch den Körper gehe. «Meine Hand, die angeschwollen ist beim Schreiben mit dem Notebook, hat mir das über fünf oder sechs Jahre so ganz langsam beigebracht. Durch sie habe ich gelernt, mich selbst und die Welt an sich intensiver zu lesen.» Und weiter: «Ich musste erst lernen, dem Körper und seinen Mitteilungen zu vertrauen oder sie überhaupt zu enträtseln.» Als ‹geistige Geburt› bezeichnet sie diese Körperlichkeit des Schreibens: «Alles geht jetzt über meine Hand und ich bin so dankbar, dass meine Hand mitdenkt.» Die Verbindung von Geist und Materie sei ihr Lebensthema, sagt sie dann und schildert, dass sie in diesem Prozess nur das verliere, was nicht zu ihr gehöre. Heute sei die Sprache «permanent kriegerisch». Was hier helfe, um das Geistige nicht zu verlieren und die Lautstärke der Welt auszuhalten, sei, ganz bei sich und dem eigenen Körper zu bleiben. Danach gefragt, wie sich die Welt denn verändern könne, Marica Bodrožić: «Dadurch dass der Einzelne das lebt, was er spricht.»

Das ganze Gespräch kann hier in ‹Das Goetheanum› gelesen werden


Marica Bodrožić wird auf der Tagung ‹Das Ende des Menschen? Wege durch und aus dem Transhumanismus› vom 18. bis 20. Oktober am Goetheanum einen Vortrag halten. Mehr zur Tagung.

Ausgabe 41, 11. Oktober 2019 :